In der Zeit vom 15. bis 17. April 2026 fand im Waikoloa Beach Marriott Resort auf der Hauptinsel Big Island die jährliche Fortbildungsveranstaltung des Hawaiian FBI National Academy Associates (FBI NAA) Chapter statt.
Als ehemaliger Präsident des FBINAA European Chapters 2015, war es ein lang gehegter Wunsch, einmal an einem Retrainer in Hawaii teilzunehmen. Der nur für 3 Tage angesetzte Event würde eine 19stündige Anreise mit einem Zeitunterschied von 12 Stunden in keiner Weise rechtfertigen! Also beschlossen Christoph Hundertpfund - ebenfalls ein Graduate der FBI Academy in Quantico - und ich, vier Wochen für dieses Vorhaben einzuplanen.
Am 8. April 2026 landeten wir auf der Insel Ohau in Honolulu und erkundeten 5 Tage die Insel. Besonders eindrucksvoll war das Surfer-Paradies am Waikiki Beach und Pearl Harbor mit dem USS Arizona Memorial. An dieser Stelle versank bei dem Angriff der Japaner am 7. Dezember 1941 dieses Kriegsschiff mitsamt der Besatzung. Eine Bergung der 150 Matrosen war nicht möglich und so verblieb die USS Arizona ihre letzte Ruhestätte.

Am 14. April ging es in einem 45 minütigen Flug nach Big Island weiter.
Nach der Registrierung für die Veranstaltung wurden wir vom Chapter President Thomas Shopay und vom FBI NAA President Bill Carbone begrüßt. Das Chapter Hawaii ist eines der kleinsten, daher gestaltete sich die Veranstaltung mit 70 Teilnehmern und 15 Sponsoren als sehr familiär. Im Sinne einer profunden Fortbildung standen Vorträge über Leadership im Vordergrund.
In einem kurzen Vortrag stellte die IPA-Präsidentin von Kalifornien/Hawaii, Denis Sellers, die IPA vor. Bekannterweise ist die IPA in Österreich mit über 30.000 Mitglieder eine sehr starke IPA-Gemeinschaft. Im Vergleich dazu weist Kalifornien nur einen Mitgliederstand von 900 auf.
Nach dem offiziellen Programm kam auch das „Networking“ nicht zu kurz, die Veranstalter organisierten einen Hospitality Room im Hotel, mit selbst zubereitetem Buffet, sowie Getränke und Hawaiianische Livemusik.

Die IPA Präsidentin Denise Sellers ist auch eine Absolventin der FBI Academy und hat als Kalifornierin aus Napa Valley eine Vorliebe für guten Wein. Mit einem mitgebrachten Merlot vom Weingut Fink aus Unterwölbling stand einer kleinen Weinverkostung nichts im Wege (von meinem Winzer des Vertrauens).

Nach dem Retrainer ging es weiter mit dem geplanten Programm:
Selbstverständlich durfte keinesfalls ein Besuch auf dem höchsten Berg Hawaiis fehlen. Der Maunakea ist 4.205 m hoch und gilt als der heiligste Gipfel unter den Bergen Hawaiis. Für die Fahrt auf den Berg ist ein Allradfahrzeug mit einem vollen Tank vorgeschrieben. Auf 1.800 m Seehöhe befindet sich ein Besucherzentrum mit einer Kontrollstelle der Park Ranger. Dort werden die Fahrzeuge überprüft und die Besuche für ½ Stunde in das Besucherzentrum zum Akklimatisieren verwiesen. Auf dem Gipfel befindet sich ein Observatorium. Der Standort ist ideal, da in dieser Höhe die Luft bereits sehr dünn und extrem trocken ist, aber auch weil der Gipfel meistens über der Wolkendecke liegt und somit die Zahl der klaren Nächte sehr hoch ist). Abschließend ging es von einer Seehöhe von 4.205 wieder auf 0 Meter bzw. von 6 ° auf 28 ° C. Bezieht man bei der Messung der Höhe den unterhalb der Meeresoberfläche liegenden Anteil mit ein, gilt der Maunakea mit 10.203 Metern als der höchste Berg der Erde.

Im Volcanoes National Park war der dampfende Kilauea Crater beeindruckend. Leider war unser Besuch etwas zu früh angesetzt, 12 Stunden später kam es zu einem seit längerem prognostizierten Vulkanausbruch.

Das Captain Cook Memorial betrachteten wir vom Manini Beach aus. In dieser Bucht wurde Cook von den Insulanern 1779 bei einem Kampf getötet. Als eine Art Wiedergutmachung schenkte 1877 das Könighaus Hawaii das Grundstück, auf dem das Denkmal steht, Großbritannien.
Nachdem Christoph Hundertpfund und ich monatelang im Tsunami-Einsatz in Thailand bzw. Sri Lanka waren, war der Besuch des Pacific Tsunami Museums in Hilo ein absolutes Muss! In Hawaii gab es in der Zeit von 1837 bis 1960 5 Tsunamis und die todbringenden Wellen erreichten eine Höhe von 6 bis 17 m!
Mit Erstaunen konnten wir feststellen, dass im Tsunami-Museum regelmäßig Volkschulklassen im Erkennen von bevorstehenden Tsunamis geschult und sensibilisiert werden.
So ist es nicht verwunderlich, dass das Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) am 26. Dezember 2004 die Ersten waren, die - rund zehntausend Kilometer vom Epizentrum entfernt – das Seebeben auf Sumatra registrierten und die drohende Gefahr einer gewaltigen Flutwelle erkannten. Leider konnten sie damals ihre Erkenntnis mit niemanden teilen. Ein Frühwarnsystem für den Indischen Ozean gab es damals noch nicht, und es so erreichten sie auch keine entsprechenden Ansprechpersonen.
Nach 7 Tagen Aufenthalt auf Big Island flogen wir weiter zur Insel Maui. Dort angelangt, absolvierten wir eher unfreiwillig eine der schönsten Panoramastrasse der Insel. Der Highway 340, im Nordwesten der Insel, ist großteils nur einspurig befahrbar, mit zahlreichen engen und unübersichtlichen Kurven. Mit unserem großen SUV Wagoneer war dies bei Gegenverkehr und steilabfallenden Küsten ohne Leitplanken eine gewisse Challenge! Erst im Nachhinein erfuhren wir, dass bei Unfällen, die Versicherung den entstandenen Schaden nicht übernimmt!

Auf allen Inseln wird Luau angeboten. Ein Luau ist ein Fest auf Hawaii. Es ist eine Kombination aus Hula-Vorführung und traditionellem Erdofen-Essen. Wir entschieden uns für “Old Lahaina Luau” in der Ortschaft Lahaina. Dort gab es zusätzlich auch noch authentische Musik mit Handwerksvorführungen, direkt am Strand, für $ 230,- pro Person! Im Reiseführer stand sehr treffend: „Teurer Spaß, den man sich aber einmal gönnen sollte!“



Ein Highlight auf Maui sollte programmgemäß auch ein Sonnenaufgang auf dem 3.055 m hohen Vulkan Haleakala werden. Bedingt durch den langen Anfahrtsweg und um auch auf dem Gipfel einen Parkplatz zu ergattern, hieß es bereits um 03:00 früh loszufahren. Gegen 06:00 Uhr früh sollte die Sonne erscheinen, doch leider machten uns Wolken um den Gipfel einen Strich durch die Rechnung. Etwa 300 m unterhalb konnten wir die aufgehende Sonne bewundern und wurden dann sogar mit einem doppelten Regenbogen belohnt.


Hawaii wird auch als „Regenbogenstaat“ bezeichnet und das aus gutem Grund. Die Inseln bieten einige der spektakulärsten und häufigsten Regenbogenbeobachtungen der Erde. Und auf den Inseln ist überall der berühmte Song „Somewhere over the rainbow“, gesungen von dem Hawaiianer Israel Kamakawiwoʻole präsent.
Nach 9 Tagen auf der Insel Maui ging es wieder zurück nach Honolulu. Dort verbrachten wir noch 1 Nacht und bereiteten uns auf den Heimflug vor. Nach einem 19stündigen Flug und 2stündiger Bahnfahrt kehrten wir voller schöner Impressionen wieder in die Heimat zurück.


